Go to Top

Energieaudit für Nicht-KMUs bis 05.12.2015

Print Friendly, PDF & Email

Im Zuge der Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED) wurde das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) novelliert. Demnach haben bis zum 05.12.2015 alle Unternehmen, die nicht klein oder mittelgroß sind, einen Energieaudit durchführen zu lassen.
Die betroffenen Unternehmen sind angelehnt an die handelsrechtlichen Größenklassendefinitionen i.S.v. § 267 HGB. Hierbei ist zu beachten, dass Partnerunternehmen mit einzubeziehen sind („Konzernbetrachtung“), aber die Prüfungspflicht dann trotzdem für jedes Unternehmen einzeln besteht. Als Stichtag gilt der 31.12.2014 oder ggf. ein in 2014 endendes Wirtschaftsjahr.
Ein Prüfschema zur Prüfungspflicht ist auf den Internetseiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abrufbar. Ebenfalls finden sich dort ein Schnelltest, die Auditorenliste und etliche weitergehende Informationen.

Der Audit umfasst den Gesamtenergieverbrauch aller im Unternehmen eingesetzten und selbst verbrauchten Energien innerhalb von 12 Monaten. Beim erstmaligen Audit ist das Kalenderjahr 2014 zugrunde zu legen. Es wird dabei nur der inländische Energieverbrauch einbezogen. Für selbst genutzte Gebäude (Eigentum oder angemietet) kann auf die Einbeziehung verzichtet werden, wenn ein gültiger bedarfsbezogener Energieausweis i.S. § 18 EnEV vorliegt. Vermietete Gebäude, Baudenkmäler und Heimarbeitsplätze von Mitarbeitern werden ebenfalls nicht einbezogen. Für Fahrzeuge sind nur die Energieverbräuche der betrieblichen Fahrzeuge, die dem Geschäftszweck des Unternehmens dienen, zu berücksichtigen. Fahrzeuge, die auch für Privatfahrten von Mitarbeitern genutzt werden dürfen, werden nicht einbezogen.

Die Nichterfüllung oder nicht rechtzeitige Erfüllung dieser Verpflichtung wird als Ordnungswidrigkeit geahndet, die mit einem Bußgeld von bis zu € 50.000,00 geahndet werden kann. Angesichts der sehr kurzen Frist sollte ein eventueller Beraterengpass dokumentiert und archiviert werden, um bei einer eventuellen Stichprobe des BAFA den Grund für die Verspätung nachweisen zu können.

Dieser Energieaudit ist mindestens alle vier Jahre durchzuführen.