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BilRUG – Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz

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Im folgenden skizzieren wir die wesentlichen Änderungen für den Einzelabschluss. Als einzige Änderung gelten bereits ab sofort die neuen Größenklassengrenzen und können auf Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2013 beginnen (also im Regelfall der Jahresabschluss zum 31.12.2014), angewandt werden. Alle anderen Änderungen gelten erst ab 01.01.2016.

Erhöhung der Schwellenwerte

Die Schwellenwerte „Bilanzsumme“ und „Umsatzerlöse“ zur Ermittlung der Größenklassen nach § 267 HGB werden angehoben. Dadurch wird sich die Anzahl der „kleinen“ Gesellschaften erhöhen. Dies führt zu Erleichterungen, da kein Lagebericht erstellt werden muss und die gesetzliche Prüfungspflicht entfällt. Die Offenlegung umfasst für diese Gesellschaften nur Bilanz und Anhang. Folgende neuen Schwellenwerte werden eingeführt:

bisher Neu
klein Bilanzsumme 4.840.000 EUR 6.000.000 EUR
Umsatzerlöse 9.680.000 EUR 12.000.000 EUR
mittelgroß Bilanzsumme 19.250.000 EUR 20.000.000 EUR
Umsatzerlöse 38.500.000 EUR 40.000.000 EUR

Diese neuen Größenklassen können bereits für Jahresabschlüsse angewendet werden, die nach dem 31.12.2013 beginnen. Dabei ist zu beachten, dass die Umsatzerlöse nach der neuen Definition (siehe § 277 Abs. 1 HGB) berechnet und ausgewiesen werden müssen.

Zukünftig werden als Umsatzerlöse alle Erlöse aus dem Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen verstanden. Die Differenzierung nach Erlösen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem „typischen Leistungsangebot“ entfällt. Dies spiegelt sich auch in der Änderung der Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 HGB) wider. Das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ sowie „außerordentliche Erträge und Aufwendungen“ werden nicht mehr gesondert ausgewiesen.

Änderungen in der Bilanz

Kann die voraussichtliche Nutzungsdauer von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nicht verlässlich geschätzt werden, sind diese über 10 Jahre abzuschreiben. Dies kann auch auf einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert angewendet werden.

Außerdem gibt es zukünftig eine Ausschüttungssperre für Unterschiedsbeträge zwischen in der GuV ausgewiesenen und tatsächlich vereinnahmten Beteiligungserträgen bei phasengleicher Gewinnvereinnahmung, der in eine Rücklage einzustellen ist. Beim Ausweis der Verbindlichkeiten in der Bilanz müssen zukünftig auch die Restlaufzeiten größer ein Jahr angeben werden.

Änderungen im Anlagenspiegel

Der Anlagenspiegel ist zukünftig verpflichtend Bestandteil des Anhangs; die Wahlmöglichkeit, die Entwicklung des Anlagevermögens in der Bilanz oder im Anhang darzustellen, entfällt.

Außerdem sind für die Herstellungskosten bei jedem Posten des Anlagevermögens die aktivierten Zinsen für Fremdkapital anzugeben. Diese Angabe muss jedoch nicht zwingend im Anlagenspiegel erfolgen.

Weitere Änderungen

Daneben werden weitere Angaben zum Jahresabschluss (u.a. Firma, Sitz, Registergericht, Registergerichtsnummer) gefordert, auch bezüglich der Anhang-Angaben ergeben sich umfangreiche Änderungen.